Roger Federers Villa in Rapperswil: Licht deutet auf den Einzug hin

In Roger Federers neuem Anwesen in Rapperswil-Jona brennt abends Licht. Nach jahrelangen Bauarbeiten soll die Schweizer Tennislegende mit ihrer Familie das Zuhause am Zürichsee bezogen haben. Darüber berichtete zunächst die Linth-Zeitung, anschliessend griffen unter anderem Blick und weitere Schweizer Medien die Nachricht auf. Eine offizielle Bestätigung der Familie liegt bislang nicht vor.

Lange standen Bauarbeiten, Bewilligungsverfahren und Diskussionen um das Seeufer im Mittelpunkt. Nun deuten mehrere Hinweise darauf hin, dass das Anwesen tatsächlich genutzt wird: Die Gebäude sind laut Medienberichten möbliert, die grossen Baumaschinen verschwunden und Personen aus dem Umfeld der Bauarbeiten bestätigen gegenüber der Linth-Zeitung den Einzug.

Damit könnte eines der bekanntesten privaten Bauprojekte der Schweiz einen wichtigen Abschluss erreicht haben. Hinter der häufig als «Federer-Villa» bezeichneten Anlage steckt allerdings mehr als ein einzelnes Wohnhaus: Entstanden ist ein weitläufiges Anwesen mit mehreren Gebäuden und eigener Sportinfrastruktur.

Roger Federers Anwesen auf einen Blick

  • Das Anwesen liegt in Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen direkt am Zürichsee.
  • Aktuelle Berichte nennen sechs Gebäude, eine Tiefgarage und einen Tennisplatz.
  • Nach mehr als sechs Jahren Bauzeit sprechen mehrere Hinweise für einen Einzug.
  • Eine offizielle Bestätigung von Roger Federer oder seinem Family Office steht bisher aus.
  • Das ursprünglich vorgesehene Bootshaus wird nach einem 2024 bekannt gewordenen Verzicht nicht gebaut.

Beleuchtete Räume sprechen für einen Einzug

Den aktuellen Anlass liefert eine Beobachtung, die nach der langen Bauphase besonders viel Aufmerksamkeit erhält: In den inzwischen eingerichteten Gebäuden ist abends Licht zu sehen.

Allein daraus lässt sich allerdings nicht sicher ableiten, seit wann die Familie dort wohnt. Beleuchtung kann ebenso mit letzten Arbeiten oder der Vorbereitung eines Hauses zusammenhängen. Aussagekräftiger sind deshalb die zusätzlichen Informationen, welche die Linth-Zeitung aus dem Umfeld der früheren Baustelle erhalten hat.

Auch watson griff diese Hinweise auf. Das Portal berichtete über Aussagen von Personen, die an den Arbeiten beteiligt waren und den Einzug bestätigen.

Eine öffentliche Erklärung der Federers ersetzt das nicht. Ein genaues Einzugsdatum lässt sich aus den zugänglichen Berichten ebenfalls nicht zuverlässig bestimmen.

Die grossen Bauarbeiten sind offenbar abgeschlossen

Nach einem aktuellen Bericht von Linth24, der auch auf Vilan24 veröffentlicht wurde, sind die lärmintensiven Arbeiten auf dem Anwesen beendet. Die Umgebung wird dagegen noch von Gärtnern fertiggestellt.

Das passt zu einem Bauprojekt, bei dem Wohnräume bereits genutzt werden können, während draussen noch letzte Arbeiten laufen. Ein bezogenes Haus und eine vollständig abgeschlossene Gartengestaltung müssen zeitlich nicht zusammenfallen.

Entscheidend ist deshalb die Unterscheidung zwischen dem mutmasslichen Einzug und dem Abschluss sämtlicher Arbeiten. Dass noch an der Umgebung gearbeitet wird, widerspricht einer Nutzung der Gebäude nicht.

Das Family Office beantwortete entsprechende Anfragen nach den zitierten Medienberichten nicht. Auch die Stadt Rapperswil-Jona äussert sich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht zum Wohnsitz der Familie.

Mehrere Gebäude statt einer einzelnen Villa

Bereits die frühen Projektberichte beschrieben eine aufgelockerte Anlage mit mehreren Baukörpern. Blick berichtete im März 2019, dass überwiegend niedrige Gebäude vorgesehen seien und die mögliche Ausnützung des Grundstücks nicht vollständig ausgeschöpft werde.

Die damals veröffentlichte Planung unterschied sich damit vom Bild eines einzigen, besonders grossen Hauptgebäudes. Vielmehr sollten verschiedene Nutzungen auf dem weitläufigen Gelände verteilt werden.

In der frühen Berichterstattung wurde das südafrikanische Architekturbüro SAOTA mit dem Entwurf in Verbindung gebracht. Solche Angaben beschreiben allerdings den damaligen Planungsstand. Sie belegen nicht automatisch, dass jedes ursprünglich vorgesehene Detail unverändert umgesetzt wurde.

Aktuelle Meldungen nennen sechs Gebäude, eine Tiefgarage und einen Tennisplatz. Diese Angaben vermitteln die Grössenordnung des Anwesens, ohne einen vollständigen Einblick in seine heutige Ausstattung zu ermöglichen.

Ein grosses Grundstück direkt am Zürichsee

Die Lage am See gehört zu den prägenden Eigenschaften des Projekts. Das Anwesen befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Rapperswil-Jona und verfügt über direkten Seeanstoss.

Blick nennt im aktuellen Bericht eine Grundstücksfläche von rund 16’000 Quadratmetern. In älteren Veröffentlichungen finden sich teilweise abweichende Flächenangaben. Deshalb sollte diese Zahl als ungefähre Grössenordnung verstanden werden.

Auch die finanziellen Dimensionen sind Gegenstand der Berichterstattung. Blick bezeichnet die Anlage aktuell als 65-Millionen-Anwesen. Eine öffentlich überprüfbare Schlussabrechnung wird dabei nicht vorgelegt.

Die genannte Summe ist somit eine Medienangabe. Sie sollte nicht mit offiziell bestätigten Gesamtkosten gleichgesetzt werden. Frühere Schätzungen bezogen sich zudem auf unterschiedliche Projektphasen und teilweise auf unterschiedliche Bestandteile des Vorhabens.

Die Bauarbeiten begannen bereits 2019

Im Januar 2020 berichtete Blick, dass die Arbeiten im November des Vorjahres begonnen hätten. Seither wurde das Projekt über mehrere Jahre hinweg von der Öffentlichkeit begleitet.

Die damalige Berichterstattung ging noch von einer Fertigstellung im Jahr 2021 aus. Die heutigen Hinweise auf einen Einzug zeigen, wie weit sich der tatsächliche Verlauf von diesen frühen Erwartungen entfernt hat.

Dabei lässt sich die lange Bauzeit nicht auf einen einzigen Konflikt reduzieren. Im Laufe des Projekts wurden unterschiedliche Fragen zur Sanierung, zur Gestaltung des Uferbereichs und zu einzelnen geplanten Anlagen öffentlich.

Für eine faire Einordnung müssen diese Themen getrennt betrachtet werden. Ein Verfahren am Seeufer bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Gebäude auf dem Grundstück gleichzeitig betroffen waren.

Frühere Ziegelei hinterliess Bauschutt im Boden

Eine der ersten öffentlich bekannt gewordenen Schwierigkeiten betraf den Untergrund. Anfang 2020 wurde berichtet, dass im ufernahen Bereich Abfälle einer früheren Ziegelei gefunden worden seien.

Nach dem damaligen Blick-Bericht enthielt der Boden unter anderem Glas- und Metallsplitter. Vorgesehen war, Material bis in eine Tiefe von rund 90 Zentimetern abzutragen.

Die Zeitung hielt zugleich fest, dass von den beschriebenen Stoffen keine Umweltgefährdung ausgehe. Es wäre deshalb unzutreffend, aus diesem Bericht nachträglich eine gefährliche Giftbelastung des gesamten Grundstücks abzuleiten.

Da die Arbeiten den Uferbereich betrafen, war ein entsprechendes Bewilligungsverfahren erforderlich. Die Sanierung war somit nicht nur eine bautechnische Aufgabe, sondern musste auch mit den Anforderungen an Eingriffe in Seenähe abgestimmt werden.

2021 gab es neue Fragen zur Gestaltung des Ufers

Im April 2021 berichtete Blick über eine weitere Unterbrechung im Zusammenhang mit den Arbeiten am Seeufer. Dabei ging es um das Sanierungsgesuch und darum, wie der betroffene Bereich anschliessend aussehen sollte.

Ein Sprecher der Federers erklärte damals, es gebe Unklarheiten über die erforderlichen Angaben in der Baueingabe. Der Uferbereich werde deshalb als zusammenhängendes Projekt zur Vorprüfung eingereicht.

Zu den diskutierten Punkten gehörten eine bestehende Mauer sowie die Bepflanzung. Auch geschütztes Schilf spielte eine Rolle.

Dieser Teil der Baugeschichte verdeutlicht, weshalb ein Grundstück direkt am Wasser besondere Anforderungen mit sich bringt. Neben der privaten Nutzung müssen bestehende Uferstrukturen und ökologische Vorgaben berücksichtigt werden.

Das geplante Bootshaus wurde aufgegeben

Besonders ausführlich wurde später über ein vorgesehenes Bootshaus berichtet. Im September 2024 erteilte die Stadt Rapperswil-Jona dafür zunächst eine Bewilligung.

Das Bundesamt für Umwelt erhob dagegen jedoch Rekurs. Nach seiner damals veröffentlichten Einschätzung stand das geplante Gebäude im Widerspruch zu den gewässerschutzrechtlichen Anforderungen.

Ende Oktober 2024 wurde eine Einigung bekannt: Die Familie Federer verzichtete auf den Bau des Bootshauses.

Wie Baublatt berichtete, konnten andere Bestandteile der Bewilligung dagegen weiterverfolgt werden. Dazu gehörten die Renaturierung und Dekontaminierung des Seeufers sowie eine neue Bootsanlegestelle mit Steg und Zufahrtsrinne.

Die Unterscheidung ist wesentlich: Aus dem Verzicht auf das Bootshaus folgt nicht, dass jede Nutzung des Seezugangs untersagt wurde. Umgekehrt lässt sich aus einer Bewilligung für andere Anlagen nicht ableiten, dass diese inzwischen vollständig ausgeführt sind.

Ein Tennisplatz verbindet das Zuhause mit Federers Karriere

Für Tennisfans gehört der eigene Tennisplatz zu den interessantesten bekannten Bestandteilen des Anwesens. Er zeigt, dass der Sport auch nach dem Ende von Federers Profikarriere einen Platz in seinem privaten Umfeld behält.

Roger Federer verabschiedete sich 2022 beim Laver Cup vom professionellen Wettkampftennis. Seine Karriere umfasst 20 Grand-Slam-Titel und 103 Turniersiege auf Tour-Ebene. Insgesamt stand er 310 Wochen an der Spitze der Weltrangliste, davon 237 Wochen ohne Unterbruch.

Ein Tennisplatz zu Hause ist allerdings kein Hinweis auf eine Rückkehr auf die Tour. Über seine konkrete Nutzung auf dem neuen Anwesen liegen in den ausgewerteten Berichten keine verlässlichen Angaben vor.

Auch ein öffentliches Trainingsangebot oder eine Tennisakademie lässt sich daraus nicht ableiten. Beschrieben wird eine private Sportanlage als Bestandteil des Familienanwesens.

Vom Bauprojekt zum neuen Zuhause

Die wichtigsten Stationen der Federer-Villa

2019: Das Vorhaben wird öffentlich
Medien berichten über das geplante Familienanwesen am Zürichsee. Im November beginnen nach damaligen Angaben die Bauarbeiten.
2020 und 2021: Sanierung und Ufergestaltung
Abfälle einer früheren Ziegelei und Fragen zur künftigen Gestaltung des Seeufers beschäftigen Bauherrschaft, Behörden und Umweltorganisationen.
2024: Verzicht auf das Bootshaus
Nach einer Intervention des Bundesamts für Umwelt wird das geplante Bootshaus aufgegeben. Andere Teile des Uferprojekts können gemäss der damaligen Einigung weiterverfolgt werden.
Oktober 2026: Hinweise auf den Einzug
Die Linth-Zeitung berichtet über die Nutzung des Anwesens. Beleuchtete, möblierte Gebäude und Aussagen aus dem Umfeld der Bauarbeiten sprechen dafür, dass die Familie eingezogen ist.
Was weiterhin offen ist: Ein genaues Einzugsdatum und eine offizielle Bestätigung der Familie sind bislang nicht öffentlich bekannt. Auch die tatsächlichen Gesamtkosten und die vollständige heutige Ausstattung lassen sich aus den zugänglichen Berichten nicht abschliessend bestimmen.

Nach langer Bauzeit beginnt offenbar ein neues Kapitel

Die aktuellen Meldungen markieren einen deutlichen Wechsel gegenüber den vergangenen Jahren. Im Zentrum stehen erstmals nicht neue Bauhindernisse, sondern Hinweise darauf, dass aus dem Projekt ein bewohntes Zuhause geworden ist.

Für die Öffentlichkeit bleibt dabei vieles offen. Weder beleuchtete Fenster noch Aussagen aus dem Umfeld erlauben einen vollständigen Einblick in den Alltag der Familie.

Der derzeit belastbare Stand lautet deshalb: Mehrere Medien berichten über einen Einzug in das Anwesen in Rapperswil-Jona. Die dafür genannten Hinweise sind nachvollziehbar, eine offizielle Bestätigung steht aber aus.

Nach einer Baugeschichte von mehr als sechs Jahren scheint Roger Federers neues Zuhause am Zürichsee damit endlich seiner eigentlichen Bestimmung näherzukommen: als privater Lebensmittelpunkt für die Familie.

 

Quellen: Blick; Linth-Zeitung, zitiert nach Blick und watson; Linth24/Vilan24; Baublatt; ATP Tour.
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